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Gemeinde Jade

Moor, wildes, unberührtes Hochmoor, soweit das Auge reicht. Das war 1000 Jahren das Gebiet, welches die heutige Gemeinde Jade umfasst. Lediglich im Westen begrenzen die Geestausläufer einen Teil des Moores. Die großen wie auch die kleinen Sturmfluten des Mittelalters rissen aus diesem Moor große Teile heraus und nahmen sie mit sich. Erst durch den Bau des Salzendeiches um 1500 wurde dem ein Ende gesetzt. Allmählich gab die See wieder Land zurück, nun als wertvolles Marschenland. Weiterer Deichbau ließ schließlich die Form des heutigen Jadebusens entstehen, der, wie auch die Gemeinde, seinen Namen von dem durch dieses Gebiet fließenden Flüsschens "Jade" erhielt.

Diese Entwicklungsgeschichte ergab die Grundlage für das Bild der Gemeinde. Weitere, ebene, ertragreiche Marschländereien, begrenzt vom Hochmoor, bilden heute zum Teil das Landschaftsschutzgebiet "Jader Moormarsch". Ein überwiegend landwirtschaftlich genutztes Fleckchen Erde, dem der Nationalpark Niedersächsiches Wattenmeer vorgelagert ist.

Eine wahre Meisterleistung war in den vergangenen Jahrhunderten der Bau und auch die Instandhaltung der Deiche, da alles in Handarbeit erfolgte; besonders der Deich, der das "Ländlein Schweiburg" vor den Fluten sicherte. Er wurde unter Aufsicht des Admirals Sehestedt durch das Moor gelegt. So entstand auch das wohl in der Welt einmalige vorhandene Schwimmende Moor bei dem Ortsteil Sehestedt, das sich bei hoch auflaufenden Sturmfluten vom Untergrund abhebt und schwimmt.

Schon 1428 wird erstmals das "Cerspel to Vryjade" erwähnt. Doch erst 1497 ist die "Kapelle der heiligen fünf Wunden" nachweisbar. 1524 errichteten die Bewohner dann hinter dem Deich eine neue Kirche: zunächst ein einfacher Fachwerkbau, später als "Trinitatiskirche" in massiver Bauweise. Auch im Ortsteil Schweiburg stand nach 1650 eine Kapelle, die durch Sturmflut zerstört und 1686 verkauft wurde. Erst nach dem Deichbau durch Admiral Sehestedt konnte hier wieder ein Gotteshaus errichtet werden.

Im Schutz dieser Deiche entwickelten sich Schweiburg, Diekmannshausen und Jade erst in den letzten Jahren zu kleinen, geschlossenen Orten. Jaderberg aber, erhöht gelegen auf dem kleinen Geestrücken mit direktem Anschluss an das Autobahnnetz, wächst heran zum Hauptort der Gemeinde Jade.

Die in neuerer Zeit entstandenen mittelständischen Gewerbebetriebe sind zum großen Teil durch Verarbeitung und Lieferung landwirtschaftlicher Erzeugnisse durch Bedarfsartikel auf die Landwirtschaft ausgerichtet. Handwerksbetriebe vieler Zweige bestanden hier bereits seit Jahrhunderten.

Die Lage am Jadebusen, mit seinem gesunden und erfrischenden Küstenklima, das Strandbad Sehestedt, das dortige Ferienhausgebiet, mehrere Campingplätze, Ferien auf dem Lande und auch der Jaderpark in Jaderberg sind ideale Voraussetzungen für den Fremdenverkehr.

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